Skip to content

Reisende soll man nicht aufhalten

8. Dezember 2009

_MG_0888Gestern Abend habe ich noch schnell Frau Kleinkram besucht. Auf dem Flughafen. Etwa eineinhalb Stunden vor dem Abflug. In den allgemeinen Heimreise- und Abreisewirren hatten wir jeweils noch etwas vom andren und mussten somit dringend tauschen. Wichtiger aber noch: ich wollte meiner Mittäterin ganz kurz vor dem Abflug noch alles gute für eine beneidenswerte Reise wünschen. Zuerst einmal galt es aber, sie zu finden. Der Flughafen Frankfurt hat das grundsätzlich nicht ganz einfach gestaltet. Über mehrere Etagen verteilt finden sich jede Menge Werbetafeln, locker verteilte Autos und etliches anderes Gedöhns, hinter denen sich die zierliche Frau Kleinkram leicht verstecken konnte. Auf telefonische Aufforderung kam sie dann jedoch elfengleich auf mich zu gesprungen und verlor vor lauter Begeisterung das wichtigste, was sie von mir bei sich trug: meinen Pass, der in der Jacke, die in ihrem Auto geblieben war, geblieben war.

_MG_0879Trotz ausgeprägten Reisefiebers konnte ich sie noch zu einem Kaffee außerhalb des Sicherheitsbereiches überreden, wo wir auch noch ein paar Details über lohnenswerte Stops und Motels austauschen konnten. Nun sitzen wir also da und ich denk mir „so sehen also beneidenswerte Menschen aus“. Und beneidet habe ich sie und beneide sie auch jetzt noch. Ich habe diese drei Wochen genossen wie selten eine Reise und mit ihr jetzt im Geiste wieder die Orte zu besuchen, die ihr noch bevorstehen war doch irgendwo zwischen Genuß und ein bißchen Wehmut. Kommt Ihr nach Tauranga? – Nee, leider nicht, wir biegen vorher ab. Aber wenn Ihr von Cathedral Cove Richtung Tairua fahrt, dann lasst Euch zwei Dinge nicht entgehen: das Café Colenso (ca. 5km hinter der Einmündung der Straße von Cathedral Cove/Hot Water Beach) auf den State Highway, rechts, nur ein kleines Schild zu sehen) und, wenn Ihr einen ruhigen Strandtag wollt, den wunderbar leeren Strand von Sailor’s Grave (ein paar km vor Tairua, Vorsicht, die Abzweigung ist leicht zu übersehen!).  Hach.

_MG_0811Aber wie das so mit Reisenden ist: sie aufzuhalten gelingt nur selten, und so drängte auch Frau Kleinkram bald zum Aufbruch. Ich sag’s wie’s ist: ich hab sie ungern ziehen lassen, oder richtiger: ich bin ungern zurückgeblieben. Obwohl ich gerade einmal 30 Stunden zuvor aus dem Flugzeug gekrochen bin, halb lahm vom langen Sitzen, wäre ich gerne sofort wieder mitgeflogen.

In diesem Moment sitzt Madame nun in einem A380 der Emirates (mich hat man nur mit einem 340 geflogen) und erlebt vermutlich gerade den Sonnenuntergang über den Malediven. Darauf folgt eine recht lange Nacht bis sie morgen früh um kurz nach sieben Ortszeit in Sydney eine kurze Pause machen darf. Der Hüpfer über die Tasman Sea nach Auckland macht dann mit kurzweiligen drei Stunden auch niemandem mehr was aus. Wenn ich mich nicht täusche ist sie dann so kurz nach Mittag Ortszeit in Auckland, also etwa Mitternacht unsrer Zeit hier. Sunset over the MaldivesWährend es für mich ja von dort aus gleich weiter nach Napier ging, ist für sie erstmal eine kurze Pause angesagt. Es sollte in dieser Stadt, die so traumhaft zwischen zwei Ozeanen an vielen kleinen Buchten liegt auch kein Problem sein, sich die Zeit für ein oder zwei Tage auf nette Weise vertreiben zu können. Dann aber geht’s richtig los, wie Ihr im letzten Blogeintrag ja gelesen habt. Den Anfang macht die Coromandel… Aber ich hoffe, daß wir, bevor es richtig los geht, noch von Ihr hören, damit es auch was auf die Ohren gibt 🙂

PS: meinen Pass hat ein freundlicher älterer Herr vom Boden der Abflughalle aufgehoben und mir gegeben.

Advertisements
2 Kommentare leave one →
  1. 8. Dezember 2009 12:52

    Kennt einer von Euch den Dick und Doof Streifen in dem die beiden im (offenen) Automobil sitzend sich von ihren Nachbarn verabschiedenend immer „Auf Wiedersehen“ rufen, und die Nachbarn tun es ihnen gleich? Bis zur ersten Panne. Danach wieder ein vielstimmiges „Auf Wiedersehen“ usw., usw.? Panne zwei und drei und Slapstick-Finale?
    Auf Wiedersehen, Frau Kleinkram, ganz ohne Panne wünsche ich.

    • pjakobs permalink*
      9. Dezember 2009 07:35

      Du meinst, da waren zuviele Abschiede? Keine Sorge, die nächsten vier Wochen wird Frau Kleinkram mit offenen Augen und Ohren durch Neuseeland reisen und bestimmt einiges zu erzählen haben. Wir sind unterwegs 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: